Partizipatives Hitzefrei

Da dieser Blog auch mal weniger ernste Themen beinhalten kann, wollten wir einen kurzen Beitrag über das derzeitige heiße Sommerwetter in Hamburg verfassen. Die Nachricht vom Präsidenten über Hitzefrei für alle Mitarbeiter*innen der UHH am 25. Und 26.07. ab 12 Uhr kam für uns als Team überraschend, da wir nicht damit rechneten, dass Angestellte auch Hitzefrei bekommen können. Wir gingen eher davon aus, dass es das nur in Schulen gibt.

Aber warum eigentlich? Wir können so partizipativ mitentscheiden, wie wir unsere Arbeitszeiten legen und gestalten und vor allem bei diesem Wetter lädt solch eine Nachricht doch tatsächlich dazu ein, sich seine Arbeitszeit so zu legen, dass man am effektivsten arbeiten kann. Und ob effektives Arbeiten bei ca. 35°C aufwärts möglich ist, bleibt fraglich. Um das Arbeiten bis 12 Uhr so angenehm wie möglich zu gestalten, handelten wir als Team die verschiedensten Dinge gemeinsam partizipativ aus: Sollen die Fenster eher auf oder zu sein, um die warme Luft nicht im Büro zu haben oder um immerhin ein bisschen Luftzirkulation zu haben? Wo sollen die Ventilatoren stehen? Sollen die Ventilatoren an sein, oder stören die Geräusche eher beim Arbeiten? Wir denken, dass wir hierbei eine gute Lösung für alle gemeinsam durch verschiedene Diskussionen gefunden haben, damit alle gut bis 12 Uhr durchhalten.

Wir wünschen allen, die bei diesen Temperaturen trotzdem arbeiten müssen, gutes Durchhalten und trotzdem das bestmögliche Genießen des sommerlichen Wetters.

Foto: Pixabay/Alexander Paukner

Wir suchen nach erfolgreichen Partizipationsstrategien

Egal ob Partizipationslabor, Jahrestagung des Universitätskollegs, Podcast und dieser Blog oder in unseren anderen Tätigkeiten, wir versuchen, Stück für Stück den Kern der studentischen Partizipation zu erreichen und sichtbar zu machen.

In einem vor Kurzem erstmals durchgeführten Workshop haben wir acht Student*innen nach ihren erfolgreichen Partizipationsstrategien gefragt. Uns war es dabei wichtig, dass die Student*innen intuitiv antworten und nicht erst eine Diskussion darüber führen, was eigentlich mit Partizipation gemeint ist. Solche Debatten sind ganz sicher auch wichtig und wir führen sie an anderer Stelle ja auch.

Unser Ansatz war es jedoch, anhand ihrer Strategien Muster zu erkennen, die dann von uns so aufgearbeitet werden, dass wir sie auch anderen Student*innen als Good-Practice Beispiele zur Verfügung stellen können.

Wir haben dabei viel gelernt und einige Muster entdeckt, die wir nun weiter aufarbeiten. Auch wenn der eigene Lernprozess einige Überraschungen für uns bereit hielt, hat uns vor allem das Feedback der Student*innen positiv überrascht. Wir haben sie gefragt:

Hast Du durch die Teilnahme am Workshop Kompetenzen erworben, die Du im Studium nutzen kannst?

Und folgende Antworten haben wir erhalten:

  • Strukturiertes Denken
  • Reflexion des eigenen Tuns
  • Clustern
  • Abwägen von Wichtigem/Unwichtigem
  • Vertiefung lösungsorientierten Arbeitens
  • Auf der Metaebene Kommunikation/Austausch etc.

Das Nachdenken über Partizipation bringt also nicht nur Erkenntnisse über Partizipation, sondern liefert darüber hinaus auch noch einen persönlichen Mehrwert.

Wir werden unsere Eindrücke aus dem Workshop und das weitere Feedback nun nutzen, um unser Angebot weiter auszubauen und mit noch mehr Mehrwert zu füllen.

 

 

Diversität und Partizipation in Lehrveranstaltungen

Wir waren am 18.06.2019 beim Diversity-Tag der Universität Hamburg dabei und haben die Studierenden gefragt, wie sie die Berücksichtigung von Diversität in ihren Lehrveranstaltungen wahrnehmen und welche Rolle Partizipation hierbei spielt.

Die Veranstaltung stellte eine Gesprächsplattform dar, um auf vielfältige soziale Aspekte aufmerksam zu machen und vor allem, um mit Studierenden darüber ins Gespräch zu kommen.

Das Universitätskolleg organisierte in diesem Rahmen sieben Stationen, verteilt über den Campus. An der Station unseres Projektbereichs wurde das Thema der studentischen Partizipation im Hinblick auf Diversität betrachtet und reflektiert. Durch den Diskurs mit und unter den Studierenden haben wir ihr partizipatives Verständnis gestärkt.

Insgesamt traten 27 Studierende gegeneinander an, indem sie einen kleinen Wettlauf zwischen einem großen Puzzle mit Schlüsselbegriffen und einer Punkt-Umfrage zu den Themen Diversität und Partizipation absolvierten und die Fragen sowie das Puzzle schnellstmöglich bearbeiteten. Dieser spielerische Charakter unserer Station brachte auf der einen Seite Spaß und führte auf der anderen Seite dazu, dass wir Impulsantworten von den Studierenden erhielten.

Schlüsselbegriffe zu den Themen Partizipation und Diversität

Die Punkt-Umfrage regte eine Reflexion der Studierenden über ihre Lehrveranstaltungen in Bezug auf Diversität sowie auf partizipative Gestaltung an und ermöglichte neue Denkanstöße.

Besonders positiv bei den Ergebnissen fiel dabei auf, dass für die meisten der befragten Studierenden die Lehr- und Lernziele ihrer besuchten Lernveranstaltungen transparent seien und dass ein großes Gefühl von gegenseitigem Respekt zwischen Lehr- und Lernpersonen herrsche. Verbesserungswürdig scheint dieser Umfrage zufolge, dass die Studierenden nicht das Gefühl hatten, dass Diversität unter Studierenden in Lehrveranstaltungen mit einbezogen wird, was die Notwendigkeit eines Diversity-Tages betonte. Ebenso beantworteten auffallend viele Studierende die Frage, ob Lernziele im Seminar gemeinsam festgelegt wurden negativ.

Zum letzten Punkt kam aber auch die Frage auf: „Macht es eine Lehrveranstaltung wirklich partizipativer, wenn die Lernziele gemeinsam festgelegt werden oder weiß eine gute Lehrkraft, was für Ziele erreicht werden sollen und die partizipative Einbindung der Studierenden ist dann bei dem Weg zur Zielerreichung gefragt?“

Die gestellten Fragen wurden kontrovers diskutiert und es ist uns ganz wichtig hier noch einmal festzuhalten, dass es nicht automatisch für eine gute Lehrveranstaltung spricht, wenn zum Beispiel Wunschthemen integriert werden. Die genannten Aspekte müssen sinnvoll in ein Lehr-Lern-Konzept eingebettet werden und je nach Veranstaltungsform können unterschiedliche Aspekte hilfreich oder auch weniger hilfreich sein.

Die Ergebnisse zeigen, dass es wichtig ist, Veränderungen in Richtung einer partizipativeren Lehre an der Uni Hamburg anzustoßen und zu diskutieren. Wir freuen uns darüber, dass wir das Thema auf dem Campus präsenter machen konnten und haben viele Ideen mitgenommen, an denen wir weiter arbeiten und die wir zum Beispiel in Veranstaltungen wie unserem Partizipationslabor mit einfließen lassen.

Weitere Informationen findet ihr im Kolleg-Boten 093 des Universitätskollegs.

Die Ergebnisse der Punkt-Umfrage sind in den folgenden Grafiken in der Slideshow dargestellt.

 

 

Unser Recht auf Partizipation und was wir daraus machen!

Im Rahmen der Jahrestagung des Universitätskollegs unter dem Motto „Lehre und Studium gemeinsam gestalten: Ideen diskutieren – Konzepte erproben – Impulse vermitteln“  haben wir eine Podiumsdiskussion durchgeführt.

Uns war es wichtig, mit Studierenden der UHH über ihr Studium zu sprechen, statt mit anderen Akteuren über die Studierenden zu sprechen. Gleichzeitig war es uns wichtig, deutlich hervorzuheben, dass es in der Verantwortung der Studierenden liegt zu partizipieren bzw. dies einzufordern.

Nach unserem Verständnis sind Studierenden nicht nur die Teilnehmer*innen einer Lehrveranstaltung, sondern Menschen, die sich bewusst und eigenverantwortlich dafür entschieden haben, einen wichtigen Teil ihres Lebens an dieser Universität zu verbringen. Wer sich dafür entscheidet sein bzw. ihr Studium hier zu beginnen, hat auch  das Recht über die eigene Zukunft mit zu entscheiden und daher auch das Recht sich einzumischen, was im eigenen Studium passiert.

Ausgehend von diesen Grundannahmen haben wir mit Johanna Gandl, Lukas Even und Makieu Daniels über ihre Erfahrungen und Anregungen zu studentischer Partizipation diskutiert. An dieser Stelle sei den dreien ganz herzlich für ihren Mut gedankt, sich der Diskussion zu stellen. Neben den Fragen die wir vorbereitet haben und den Fragen die sich spontan aus der Diskussion ergeben haben, hatte das Publikum die Möglichkeit ihre Fragen einzureichen. Dabei sind einige Fragen zusammengekommen, die wir (noch) nicht alle diskutieren konnten:

Mit Padlet erstellt

Wer die Diskussion verpasst hat, kann sie sich in unserem Podcast noch mal anhören. Wir werden die Episoden bald veröffentlichen.

Für uns war die Diskussion ein gewinnbringender Austausch, aus dem wir einige Schlüsse für unsere zukünftige Arbeit ziehen konnten. Dabei sind wir uns jedoch bewusst, dass wir sehr subjektive Eindrücke erhalten haben, die sich nicht einfach auf andere Studierende, Studiengänge und Fakultäten übertragen lassen. Das Recht auf Partizipation wird in anderen Studiengängen vermutlich anders ausgelebt als von Johanna, Lukas und Makieu beschrieben. Aber wir glauben den dreien gerne, wenn sie sagen, dass ihre Lehrveranstaltung mit dem höchsten Partizipationsgrad, auch die Seminare waren in denen sie am meisten gelernt haben.

Weitere Informationen findet ihr im Kolleg-Boten 093 des Universitätskollegs.

1. Partizipationslabor durchgeführt

Das Team Hochschullehre und studentische Partizipation des Universitätskollegs der Universität Hamburg organisierte am 20.06.2019 das erste Partizipationslabor für interessierte Lehrende und Studierende der Universität Hamburg und Vertreter*innen weiterer Hochschulstandorte Deutschlands.

Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam mit den Teilnehmenden Räume für den Dialog über Partizipation zu eröffnen, bestehende Vorurteile und Erwartungen offen anzusprechen, über bewährte Lösungswege breiter zu informieren und gemeinsam neue Lösungen zu entwickeln.
Im Fokus stand bei diesem ersten Partizipationslabor die Diversität der Studierenden besonders in Bezug auf ihr Alter und die unterschiedlichen Lebenswelten und Einstellungen der verschiedenen Generation. Weiterhin sollte die Tagung den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, vom direkten Austausch beider Perspektiven, der Lehrender und der Lernender, zu profitieren und sich untereinander zu vernetzen bzw. bestehende Netzwerke zu vertiefen. Außerdem sollte diese Veranstaltung den Auftakt für die zukünftige Zusammenarbeit und eine generelle Vernetzung aller Akteur*innen darstellen.

Wir freuen uns auf weitere Begegnungen mit allen Teilnehmer*innen sowie weiteren interessierten Universitätsmitgliedern. Wir wollen Sie weiterhin bestmöglich darin unterstützen, durch studentische Partizipation erfolgreich zu lehren und zu lernen.

Schon im Vorfeld der Veranstaltung spiegelte die Zahl der Anmeldungen für das Partizipationslabor das vorhandene Interesse und die Dringlichkeit des Themas der Studentischen Partizipation in der Lehre wider.

Um inhaltlich in das Thema der Studentischen Partizipation einzusteigen, hörten wir nach den Grußworten zunächst zwei Vorträge: Angela Sommer vom Hamburger Zentrum für Universitäres Lehren und Lernen bot einen Einstieg in das Thema mit Blick auf die Lehrenden und Kea Glaß gab als Best-Practice-Beispiel einen Einblick in ihre Lehrveranstaltung zum Thema „Alt werden in Bergedorf“, die sich an den Ansätzen des forschenden Lernens und des Community-based Research orientiert.

Nach dem Vortrag über ihre Lehrveranstaltung wurden Nachfragen von den Teilnehmenden gestellt, die in einer angeregten Diskussion mündeten. So wurde diskutiert, ob Notengebung nicht auch partizipativ gestaltet werden könne. Es könne beispielsweise eine studentische Hilfskraft eingebunden werden, was jedoch keine direkte Partizipation sei. In der Diskussion stellte sich heraus, dass für die Teilnehmer*innen transparente Bewertungskriterien und Auswahlmöglichkeiten von Prüfungsformen Möglichkeiten von Partizipation bei der Notengebung darstellen. Ein Ansatz zur partizipativen Notengebung könne die Orientierung an der Bewertung des Entwicklungsprozesses der Studierenden sein. Es wurde außerdem diskutiert, ob Notengebungen überhaupt noch nötig seien.

Einen weiteren Diskussionspunkt stellte die gemeinsame Unterrichtung von Bachelor- und Masterstudierenden dar, wie Kea Glaß es in ihrem Seminar umsetzte. Dies zeichne sich durch Vor- und Nachteile aus. Vorteilhaft sei bei einer derartigen Konstellation, dass die fortgeschritteneren Masterstudierenden die Bachelorstudierenden „an die Hand nehmen“ können. Kritische Stimmen sagten allerdings, dass eine Unter- oder Überforderung bei den Studierenden aufgrund des unterschiedlichen Leistungs- und Wissensstands ebenfalls möglich sei.

In einem zweiten Schritt wurden die Teilnehmenden für den anschließenden Workshop unter der Leitung von Sarah Heiden von der TU Nürnberg nach einer Input-Phase in Arbeitsgruppen aufgeteilt, um verschiedenen Fragestellungen nachzugehen.

Generation Z – Aktive Partizipation

Abschließend fand eine Bestandsaufnahme bzw. eine Diskussion der gewonnenen Erkenntnisse statt.

Den Ergebnis-Bericht, Video-Interviews von der Veranstaltung und weitere Infos findet Ihr hier.