Partizipation braucht Information

Wahrscheinlich kennen wir das alle aus unserem Alltag. Jemand möchte eine Entscheidung treffen, ist sich dabei aber nicht ganz sicher und fragt uns daher nach unserer Meinung. Und plötzlich stehen wir da und bekomme ein Stück weit Verantwortung übertragen. Schließlich kann unsere Rückmeldung ja die Entscheidung beeinflussen.

Es mag viele Fälle geben, da ist ein solches Vorgehen zwar legitim, aber es stellt keine echte Partizipation dar. Das trifft vor allem bezogen auf die Hochschullehre zu. Ein Beispiel: In einer Veranstaltung vor ein paar Wochen wurden wir in Gruppen eingeteilt und gebeten aufzuschreiben, wie studierende auf ein bestimmtes Thema blicken um daraus eine studierenden-freundliche Lösung zu erarbeiten. In der Gruppe waren sehr viele Ideen und Meinungen vertreten. Studierende hingegen waren kaum beteiligt. Die meisten Äußerungen begannen vermutlich mit Formulierungen wie: “Ich glaube …”, “Ich denke …” oder “Ich vermute …”.

Damit waren jedoch weder wir als Diskussionsteilnehmer, noch die Studierenden als betroffene, wirklich partizipativ eingebunden. Ganz subjektiv war ich mit so viel Verantwortung, im Verhältnis zu so wenig inhaltlichen Wissen überfordert. Ich hätte belastbare Fakten gebraucht um aus meinen Meinungen und Ideen echte Argumente zu machen. Und ich glaube, dass es Studierenden in der Hochschullehre oft so geht. Sie sollen eine subjektive Meinung äußern die Entscheidung beeinflusst, von der mehr Menschen als sie selbst betroffen sind und bei der sie das Gefühl haben, ihre Meinung ist nicht fundiert genug.

Für studentische Partizipation in der Hochschullehre brauchen Studierende ein ausreichendes maß an belastbaren Informationen.

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