Super, ihr habt den Hinweis zur Öffnung des Ausgangs gefunden:



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Dies ist der Hinweis damit ihr das Lösungswort-Anagram, also die drei Blöcke, übersetzen und korrekt anordnen könnt! Googelt einfach den folgenden Begriff: "l337 sp34k", um zu verstehen was die  Textzeichen bedeuten. Wenn ihr die Blöcke aus den drei Kompetenz-Checks richtig angeordnet habt, habt ihr das Lösungswort für den Ausgang aus dem Escape-Room! Ihr braucht das Lösungswort nicht zu übersetzen sondern sollte es in der l337sp34k Variante eingeben.

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Hochschullehre und studentische Partizipation
Ein Blog des Universitätskollegs
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Yasemin Erdogan arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Department Soziale Arbeit an der HAW Hamburg im Bereich “Beratung im digitalen Kontext”. Im Interview gibt sie unter anderem einen Einblick in ihre Arbeitsbedingungen, ihre Erfahrungen mit digitaler Lehre sowie ihre Bemühungen, Studierende für die Mitgestaltung der Lehre zu gewinnen und schildert, was sie denkt, was Studierende davon abhält.

In welchen Bereichen arbeiten Sie aktuell?

Ich arbeite als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Department Soziale Arbeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg im Bereich „Beratung im digitalen Kontext“. Aktuell geht es bei meiner Arbeit darum, unser vorhandenes Beratungslabor weiter- und neue Konzepte in diesem Zusammenhang zu entwickeln. Nebenbei arbeite ich noch als Lehrbeauftragte in der Sozialen Arbeit an der Fresenius Hochschule. Dort lehre ich die Module Methoden und Verfahren der Sozialen Arbeit mit dem Schwerpunkt Beratung.

Inwieweit spielt studentische Partizipation in der Hochschullehre in Ihrer Arbeit eine Rolle?

Das Konzept des weiterentwickelten Beratungslabors ist so gestaltet, dass alle Akteure, die den Beratungsraum nutzen, in die Gestaltung einbezogen werden sollen: Von der Departmentleitung über die Lehrenden bis eben hin zu den Studierenden. Zu Beginn meiner Arbeit habe ich in einer Bestandsanalyse die aktuelle Verfügbarkeit und Nutzung des Raums erhoben. Dabei hat sich der Zugang zu den Studierenden als etwas schwieriger als zu den anderen Gruppen herausgestellt, da ich zuerst einmal nicht direkt einsehen konnte, wen ich am besten anschreiben sollte. So suchte ich den E-Mail-Kontakt zu den mir bekannten VertreterInnen aus der Departmentkonferenz mit der Frage, ob diese eine studentische Gruppe zusammenbringen könnten, die sich zur genannten Frage der Raumgestaltung äußern will. Von diesen habe ich die Rückmeldung erhalten, dass sie es bei dem aktuellen Workload als schwierig ansehen, eine solche Gruppe ins Leben zu rufen, aber auch, dass es sich für sie ebenfalls als schwierig darstellt, Studierende für außercurriculares Engagement zu gewinnen. Als Alternative haben die genannten VertreterInnen mir dann auf meine Nachfrage hin freundlicherweise ihre Rückmeldungen und Kritik zum Beratungsraumkonzept zugesandt. Diese habe ich bei der Vorstellung der ersten Bestandsanalyse zum status quo dann auch einfließen lassen.

Woran lag es Ihrem Eindruck nach, dass die Studierenden Schwierigkeiten hatten, neben dem Workload an Hochschulentscheidungsprozessen zu partizipieren?

Meine Hypothese ist, dass es damit zusammenhängt, dass die Studierendenschaft – in diesem Fall im Department Soziale Arbeit – sehr heterogen ist: Es gibt unter den Studierenden an unserem Department viele, die Berufserfahrung und eine Ausbildung haben, dem entsprechend auch älter sind, öfter Familie mit Kindern haben und so mehr dieser Art von Verantwortung in ihrem Alltag tragen, da sieht die Lebenswelt, bzw. die Alltagsbewältigung anders aus als bei denjenigen Studierenden, die beispielsweise mit 18 Jahren ihr Abitur absolviert haben und quasi nahtlos in ein Studium gehen. Insoweit sind auch jeweils die Zeitvolumina anders verteilt, wenn die einen noch nebenbei jobben oder die anderen Angehörige pflegen. Nach meiner Beobachtung beeinflusst diese Heterogenität das studentische Leben stark.

Ich habe beispielsweise selbst 2014 das Bachelor-Studium der Sozialen Arbeit an der HAW Hamburg als Zweitstudium aufgenommen und in diesem Studium bin ich Mutter geworden. Da gab es aus meiner Perspektive für mich wenig Raum, dass ich mich größer in Gesprächen oder in der Hochschulpolitik beteilige – auf der einen Seite stand das Studium an, welches ich bestrebt war, in Regelstudienzeit zu absolvieren, auf der anderen Seite Familie und Kind zu betreuen. Andere Freiräume haben sich dort nicht groß aufgetan, um sich extracurricular engagieren zu können. Insoweit vermute ich, dass es vielen zumindest im Studium der Sozialen Arbeit an der HAW Hamburg ähnlich geht und, dass das ein großer Faktor ist.

Wie stellt sich die Umstellung auf digitale Lehre aktuell in Ihrer Arbeit dar?

Da ich an der HAW nicht selbst in der Lehre tätig bin, sehe ich das dort eher aus einer Meta- oder auch Schnittstellenperspektive. Das, was ich beobachtet habe, ist, dass Studierende gerade zu Beginn der gänzlichen Umstellung der Lehre auf online, etwas überfragt waren und teilweise wenig Rückmeldungen auf ihre E-Mails seitens der Lehrpersonen erhalten haben – Studierende der Sozialen Arbeit an der HAW hatten mehrere Kommentare in dieser Richtung über Facebook gemacht. Auf der anderen Seite gab es auch viele Kommentare zu Studieren mit Kind in synchroner Lehre, dass das nicht unter einen Hut zu bekommen sei, da die Kinder aufgrund der Kita- und Schulschließungen zu Hause betreut werden müssen. Die Präsenz bei Lehrveranstaltungen wäre zwar ohne die Pandemie-Situation auch Pflicht gewesen, aber die genannten aktuellen Besonderheiten scheinen im Angesicht der Kommentare nicht bei allen so präsent zu sein.

Ich habe beispielsweise an der HAW unbezahlte Elternzeit angemeldet und in meiner Funktion als Lehrende an der Fresenius Hochschule thematisiert, dass ich ausschließlich asynchrone Lehre anbieten kann. An beiden Orten ging das in Ordnung, weil ich eben Kinder – eins davon sogar noch in der Krippe – zu Hause habe und es für mich im Angesicht der Erwerbstätigkeit meines Mannes sichtbar wenig Alternativen gab, da ich bei synchroner Lehre hätte tagsüber präsent sein müssen. Insoweit gelten solche Parameter für Studierende als auch für Lehrende – und dabei sind Alleinerziehende, die sich in der Betreuung mit kaum jemandem abwechseln können, noch gar nicht weitergehend mitbedacht. Eineinhalb Stunden Synchronveranstaltung sind zwar für sich gesehen nicht viel, stellen sich aber in solchen Situationen als teilweise unbewältigbar dar – insbesondere, da sich solche Veranstaltungen bei einem Semesterwochenplan dann häufen und teilweise direkt hintereinander stattfinden. Mein Eindruck ist, dass das von vielen wenig berücksichtigt wird. So verstehe ich auch, warum das Hochschulforum Digitalisierung relativ früh eine Stellungnahme veröffentlicht hat, worin sich für die Ermöglichung von asynchroner Lehre ausgesprochen wird.

Wie wirkt sich das Ihrem Eindruck nach auf die Partizipationsmöglichkeiten von Studierenden aus?

Mein persönliches Empfinden ist, dass die Kommunikation hauptsächlich auf E-Mail-Verkehr beruht, weshalb unsere Departmentleitung auch die Studierenden dazu aufgerufen hat, regelmäßig ihr Postfach im Blick zu haben – auch, da es aktuell das Medium ist, auf dem man alle Studierenden akkurat erreichen kann. Ob die Lehrenden dann allerdings die Möglichkeit haben, auf die vielen E-Mails – wobei es sicher auch oft ähnliche Anfragen sein werden – adäquat zu antworten und die Impulse der Studierenden aufzugreifen, das weiß ich nicht. Unser Department war vorher nicht auf rein digitale Lehre in Form von Flipped Classroom Modellen vorbereitet. Das mag in der Sozialen Arbeit speziell sein, da wir mit Menschen arbeiten und dem Anspruch, präsent zu sein, gerecht werden wollen. Deshalb war es für unser Department auch eine sehr große Umstellung plötzlich mit Tools wie Zoom, Microsoft Teams oder dergleichen zu arbeiten. Das erforderte schnelle Schulungen und Vernetzung zwischen den Lehrenden, was unsere Arbeitsstelle Studium und Didaktik versuchte, durch einen HAW-weiten E-Learning-Raum für Lehrendenaustausch zu bewältigen. Dazu gab die Arbeitsstelle wertvolle didaktische Informationen und leistete damit den Lehrenden Hilfestellung. Hinzu kommt der große Support, der durch unsere E-Learning Beauftragte des Departments geleistet wurde, da angesichts der Pandemiesituation die klassische Lehre einen Lock-Down erfuhr. So wollten und mussten die Lehrenden sich mit den Möglichkeiten unseres Lernmanagementsystems auseinandersetzen. Dennoch lastete und lastet teilweise immer noch ein großer Workload auch auf den Lehrenden (zumindest in der Sozialen Arbeit), da es für unser Department zuvor nicht Usus war digital zu lehren.

Insoweit kann ich zwar nicht sicher einschätzen, ob die Möglichkeiten studentischer Partizipation sich verändern, was ich aber merke, ist, dass einzelne engagierte Studierende versuchen, für Fragen, die sich an Lehrende richten, als Schnittstelle für andere Studierende zu fungieren – gerade über die sozialen Medien. Beispielsweise wird Facebook sehr stark für den Austausch und Kollaborationen zwischen Studierenden genutzt. Hier gibt es Facebookgruppen, die eigentlich ähnlich wie Selbsthilfegruppen fungieren und die Optionen der Entgrenzung durch das Internet beanspruchen. Beispielsweise kommen solche Fragen wie: „Kann mir mal eben jemand schnell den Zoom-Link für die Veranstaltung X schicken?“ oder „Habt ihr schon Gruppen für Veranstaltung Y gebildet?“ Es gibt zwar E-Learning-Systeme, aber vieles verlagert sich nach meiner Beobachtung in die Social Media-Kanäle, da viele Studierende aktive User sind oder zu solchen werden, sobald sie das Studium aufnehmen. Social Media bietet hier niedrigschwellige Kollaborationsmöglichkeiten, da die meisten dieses Medium eh schon privat nutzen und die App in der Regel auf dem Smartphone gespeichert ist. Dadurch ergibt sich eine unkompliziertere Kommunikationsmöglichkeit als wie über ein Learning-Management-System. Auf das Thema Datenschutz möchte ich an dieser Stelle aber nicht eingehen (lachend).

Was erwarten Sie als nächste Entwicklungen in der Lehre?

Ich weiß, dass von der HAW Hamburg kommuniziert worden ist, dass die Lehrenden einen gewissen Anteil ihrer Präsenzlehre auf online umstellen dürfen und werden. Ich weiß auch von einigen KollegInnen, die das gerade für gewisse Formate und Lehranteile befürworten. Ich befürworte dies ebenfalls. Trotz der Herausforderung „Digitale Lehre“, der sich alle urplötzlich und möglicherweise auch ungewollt stellen mussten, sehe ich in den Entwicklungen einen positiven Output für die Hochschullehre insgesamt. Auch wenn es noch an erprobter Didaktik und ausgereifter Methodik der digitalen Lehre mangelt, wurde mit einer Hands-On-Mentalität handlungsorierntiert das aktuelle Sommersemester online gemanaget – in einem Seminar vielleicht besser als einem anderen, aber dennoch waren alle Parteien bemüht. Eine Evaluation oder eine Art SWOT-Analyse des ersten Online-Semesters unseres Departments dürfte Auskünfte über die Stärken, Schwächen und die ausbaufähigen Punkte geben. Ich denke, dass in Zukunft eine hybride Lehrform mit einem Anteil an digitaler und Präsenzlehre die Lehre insgesamt innovativer, effektiver und besser gestalten wird. Ich hoffe, dass wir nun auf dem Weg dorthin sind, auch wenn Covid-19 auf unschöne Art uns den Weg gezeigt hat.

Das Interview führte Eric Recke.

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